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Panton Chrome: einer von nur 666 Designikonen im Atelier Novae

Designgeschichte · Interior & Props

Es gibt Möbelstücke, die einen Raum einfach füllen. Und es gibt solche, die ihn verändern. Der Panton Chair Chrome von Vitra gehört für uns eindeutig zur zweiten Kategorie.

Die spiegelnde Sonderedition des Designklassikers wurde 2018 in einer Auflage von nur 666 Exemplaren produziert. Einer davon steht heute im Atelier Novae. Dass er dort gelandet ist, war allerdings alles andere als selbstverständlich.

Wir haben lange nach einem Exemplar gesucht. Zwischenzeitlich waren wir mit einem Privatverkäufer aus Nordrhein Westfalen im Austausch und dachten, endlich fündig geworden zu sein. Die Bedingungen für den Verkauf wurden für uns jedoch zunehmend ungewöhnlich, sodass wir Abstand davon nahmen.

Dann führte die Suche über die deutsche Grenze hinaus. In einem kleinen Möbelhaus in den Niederlanden fanden wir schließlich noch einen Panton Chrome, das letzte Exemplar, das dort verfügbar war. Damit war klar: Dieser Stuhl muss mit ins Atelier Novae.

Panton Chair Chrome von Vitra im Tageslichtstudio Atelier Novae
Einer von 666: der Panton Chrome im Atelier Novae.

Was ist der Panton Chrome?

Kurz erklärt: Der Panton Chrome ist eine 2018 erschienene, auf 666 Stück limitierte Sonderedition des Panton Chair von Verner Panton. Die spiegelnde Wirkung entsteht nicht durch einen Stuhl aus Metall, sondern durch eine Metallisierung in mehreren Lackschichten.

Zum 50. Jubiläum des Stuhls veröffentlichte Vitra zwei besondere Varianten: 666 Panton Chrome mit spiegelnder Oberfläche und 333 Panton Glow mit leuchtendem Finish. Vitra beschreibt die Jubiläumsedition ausführlich.

Der Chrome ist deshalb nicht einfach eine weitere Farbvariante. Er überträgt Pantons ursprüngliche Idee in eine Oberfläche, die zu seinen Lebzeiten technisch in dieser Form noch nicht realisierbar war. Je nach Umgebung erscheint der Stuhl kühl, weich, beinahe unsichtbar oder extrem präsent. Er nimmt Farben, Lichtquellen und Teile des Raumes auf und gibt sie verzerrt zurück.

Ein Stuhl, der Designgeschichte schrieb

Die Geschichte des Panton Chair begann lange vor der Chrome Edition. Verner Panton verfolgte bereits in den 1950er Jahren und frühen 1960er Jahren die Idee eines Stuhls, der aus einem einzigen Stück gefertigt werden sollte. 1963 begann die Zusammenarbeit mit Vitra. Gemeinsam wurde der Entwurf technisch weiterentwickelt, bis er Ende der 1960er Jahre serienreif war. Vitra dokumentiert diese Entwicklung.

Das Besondere war nicht nur seine geschwungene Silhouette. Der Stuhl war als freischwingende Kunststoffform ohne traditionelle Beine konstruiert und wirkte entsprechend radikal anders als klassische Sitzmöbel seiner Zeit. Seine geschwungene Kontur wurde zu einer der bekanntesten Silhouetten des Möbeldesigns des 20. Jahrhunderts.

Limitierter Panton Chair Chrome von Verner Panton für Vitra
Die charakteristische geschwungene Form macht den Panton Chair unverwechselbar.

Warum ausgerechnet eine spiegelnde Oberfläche?

Bei Verner Panton waren Möbel nie isolierte Objekte. Er dachte Räume als Gesamterlebnis aus Form, Farbe, Licht und Oberfläche. Spiegel und reflektierende Materialien spielten dabei immer wieder eine Rolle.

Gerade deshalb wirkt die Chrome Edition rückblickend erstaunlich konsequent. Die spiegelnde Oberfläche verändert nicht die Form des Panton Chair, sondern die Art, wie wir sie wahrnehmen. Kanten lösen sich auf, Farben wandern über die Oberfläche, Fenster und Lichtquellen tauchen als verzerrte Reflexionen wieder auf. Statt eine feste Farbe in den Raum zu bringen, nimmt der Chrome den Raum selbst auf.

Für einen Ort wie Atelier Novae ist genau das spannend. Unser Studio verändert sich über den Tag durch das natürliche Licht. Der Panton Chrome reagiert darauf sichtbar und sieht morgens anders aus als am späten Nachmittag.

Wie entsteht die Chrome Oberfläche?

Der Name kann leicht den Eindruck erwecken, der Stuhl bestünde aus Metall oder sei klassisch verchromt. Das ist nicht der Fall. Die spiegelnde Wirkung entsteht durch eine aufwendige Metallisierung, die in mehrere Lackschichten eingebettet wird. Der Aufbau muss optisch funktionieren und zugleich die Bewegung des freischwingenden Stuhls mitmachen.

Die Herstellung erfolgte in spezialisierter Handarbeit. Kleine Poren oder minimale Einschlüsse können deshalb produktionsbedingt auftreten und gehören zur Besonderheit dieser Edition.

Spiegelnde metallisierte Oberfläche des Panton Chrome
Die metallisierte Oberfläche nimmt Licht, Architektur und Farben ihrer Umgebung auf.

Unsere Suche nach einem von 666 Exemplaren

Als wir begonnen haben, Atelier Novae einzurichten, war uns schnell klar, dass wir nicht einfach irgendein Mobiliar zusammenstellen wollten. Der Raum sollte flexibel bleiben und gleichzeitig eine eigene visuelle Haltung bekommen.

Der Panton Chrome passte genau in diese Idee. Er ist funktional genug, um tatsächlich eingesetzt zu werden, aber charakteristisch genug, um einem Bild sofort eine Richtung zu geben. Nur: Eine auf 666 Stück limitierte Edition kauft man einige Jahre nach ihrer Veröffentlichung nicht einfach im nächsten Möbelhaus.

Nach der nicht zustande gekommenen privaten Kaufmöglichkeit führte unsere Suche weiter, und schließlich in die Niederlande. Dort entdeckten wir in einem kleinen Möbelhaus noch einen Panton Chrome. Es war ihr letztes Exemplar. Diese Geschichte gehört für uns heute genauso zu dem Stuhl wie seine Designgeschichte. Vielleicht ist er auch deshalb eines der Stücke im Atelier, zu denen wir eine besondere Verbindung haben.

Ein Möbelstück, das mit dem Licht arbeitet

Im fotografischen Einsatz ist der Panton Chrome anspruchsvoller als ein neutraler Stuhl. Und genau das macht ihn interessant. Helle Fensterflächen können zu grafischen Linien werden. Farbige Hintergründe ziehen sich über die Kontur. Dunkle Flächen lassen Teile des Stuhls optisch verschwinden. Selbst die Position der Kamera verändert, was auf seiner Oberfläche sichtbar wird.

Besonders geeignetEditorial, Fashion und moderne Produktionen für Personal Branding
Starke BildwirkungGrafisch, futuristisch, minimal oder beinahe abstrakt
Spannend im SetBeauty, Produktinszenierung und monochrome Hintergründe
Zu beachtenKamera, Lichtformer, Fenster und Personen können sich spiegeln

Wer mit reflektierenden Oberflächen arbeitet, muss genauer hinschauen. Manchmal genügen kleine Veränderungen von Kameraposition und Lichtsetzung. Dafür entstehen Bilder, die mit einem matten Möbelstück kaum möglich wären.

Panton Chrome als Designmöbel und Fotorequisite im Atelier Novae
Als Fotorequisite wird der Chrome selbst zum aktiven Teil der Bildgestaltung.

Der Panton Chrome im Atelier Novae

Heute gehört unser Panton Chrome fest zum Interior von Atelier Novae. Wie die meisten Möbel im Studio kann er in unterschiedliche Sets integriert und frei im Raum eingesetzt werden.

Dabei ist uns wichtig, dass das Interior nicht wie eine fertige Kulisse funktioniert. Möbel, Hintergründe, Podeste und Licht lassen sich immer wieder neu miteinander kombinieren. Auf unserer Seite für Interior und Props findet ihr neben dem Panton Chrome weitere Designstücke und flexible Setelemente.

Der Chrome ist innerhalb dieser Sammlung vielleicht das auffälligste Beispiel dafür, was wir mit der Auswahl unseres Interiors meinen: Ein Objekt darf schön sein, sollte für uns aber vor allem fotografisch etwas können.

Der Panton Chrome verändert sich mit dem Raum, dem Licht und der Idee hinter einer Produktion. Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir so lange nach ihm gesucht haben, und warum wir froh sind, dass die Suche am Ende in einem kleinen Möbelhaus in den Niederlanden geendet hat.

Designmöbel und flexible Sets im Atelier Novae

Entdeckt den Panton Chrome und weitere Interior und Requisiten, die sich für eure Produktion frei kombinieren lassen.

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